Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (103)

„Das beansprucht ja schon extrem die Brustwarzen und ihren Schlaf. Denken sie mal über einen Schnuller nach, ich bin da ja ein großer Freund davon.“

Ach ja
Ich bin ja ein großer Freund davon, Müttern nicht solche Flausen zu erzählen.

Stillen ist so viel mehr, als nur Nahrung. Du stillst ja nicht nur den Hunger. Du stillt den Durst, linderst Schmerzen, spendet Trost und erleichterst das Einschlafen.. Stillen hat Auswirkungen auf Blutdruck, Körpertemperatur, das Wohlbefinden und noch vieles vieles mehr.
Neben den körperlichen Bedürfnissen werden allerdings auch emotionale Bedürfnisse gestillt und das alles hält sich nun mal nicht an einen festen Zeitplan.

Wichtig sei hier gesagt, bei bindungsorientierter Flaschengabe werden auch viele dieser Bedürfnisse gestillt.

Natürlich braucht Mama mal eine Pause, völlig nachvollziehbar. Also, wieso nicht das Stillen als Pause ansehen? Sehe die Zeit beim Stillen nicht als zeitraubend, sondern nutze sie um selbst kleine Pausen vom Alltag zu haben. Die Wäsche, der Haushalt, usw. läuft nicht weg..

Mal davon abgesehen ist es völlig normal, wenn ein Säugling anfangs 10-12x in 24 Stunden trinken mag. In sogenannten Clusterphasen kann es sogar noch viel mehr sein, ein Schnuller ist dann sogar Kontraproduktiv. Denn dein Kind stillt ja so oft um die Milchproduktion anzukurbeln. Gibst du dann den Nuckel, wird die Produktion nicht hochgefahren, was dann auch schnell wieder zu Frust führt, weil ja eigentlich mehr Milch bestellt werden sollte..

Tipps und Infos

Klexikon – D wie Drachenfrucht

Bei vielen auch bekannt als Pitahaya oder Pitaya. Sie gehört zu der Gattung der Kakteengewächse. Sie kann gelb mit hellen Fruchtfleisch bis Pink mit roten Fruchtfleisch sein, wobei die Drachenfrüchte mit roten Fruchtfleisch intensiver schmecken.
 
Drachenfrüchte bestehen zu 90% aus Wasser und erinnert geschmacklich an süßes Wasser. Neben Vitamin B, C und E, enthalten sie einiges an Eisen, Kalzium und Phosphor.
Durch den hohen Wassergehalt und den eiweißspaltenden Enzymen, welche im Fruchtfleisch und in den winzigen schwarzen Kernen der Frucht enthalten sind, wird die Verdauung angeregt. Daher sollte sie ab Beikostreife nur in Maßen gegeben werden.
 
Wichtig: Die Schale der Frucht ist giftig und sollte auf keinen Fall verzehrt werden.
 
Drachenfrucht sollten am besten roh verspeist werden, da sie dann ihr volles Aroma entfalten kann. Du kannst sie löffeln wie eine Kiwi oder du entfernst die stachlige Schale und schneidet sie klein für Obstsalat, Fingerfood oder als Topping für Pfannkuchen. Du kannst sie auch zu Brei pürieren und somit zum Beispiel zum Getreide-Obst- Brei weiter verarbeiten oder für leckere Torten, Eis oder Milchshakes verwenden.
Genau wie Melone, schmeckt die Drachenfrucht auch zu Fisch, Fleisch und Salaten mit Schinken und Käse. Aber auch zu süßen Torten, Eis oder Milchshakes.

 

Snacks und für Unterwegs

Dattelmus

Datteln sind eine tolle Alternative zu Industriezucker.
Für die Herstellung benötigst du gar nicht viel: Wasser und Datteln.
Je nachdem, für was du den Sirup verwenden magst, kannst du durch die verwendete Wassermenge eine Creme oder dick-/ dünnflüssigen Sirup herstellen.
 
Du benötigst:
100g entkernte getrocknete Datteln
ca. 100 ml Wasser
n.B. etwas Zitrone oder Vanille
 
Zubereitung:
Getrocknete Datteln einfach mit Wasser oder alternativ auch Milch oder pflanzliche Drinks übergießen, bis sie komplett bedeckt sind. Einige Stunden, am besten über Nacht, ziehen lassen. Das Einweichwasser in ein anderes Gefäß abgießen. Datteln mit einem Mixstab pürieren und das Dattelwasser schluckweise wieder zugeben, bis die Creme oder der Sirup die passende Konsistenz hat.
 
Tipps und Infos

Klexikon – D wie Datteln

Die Früchte der Dattelpalme gehören zu den Beeren. Sie besitzen ein sehr süßes, eher trockenes Fruchtfleisch. Es sättigt gut und schmeckt sehr süß. Im Inneren sitzt ein harter, walzenförmiger Samenkern.
 
Durch die Ballaststoffe und vielen Mineralstoffe, wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Vitamin B sind sie eine gesunde Nascherei.
 
Datteln sind durch recht neutralem Geschmack eine tolle Alternative zu Industriezucker. Du kannst Datteln für Joghurt, Müsli, selbstgemachte Pflanzendrinks, Backwaren und vieles mehr verwenden.
 
Bei Backwaren sei allerdings erwähnt, dass Industriezucker nicht immer 1 zu 1 mit Datteln ersetzbar sind. Da muss man manchmal etwas rumprobieren oder direkt Rezepte verwenden, in denen als Süße Sirup oder ähnliches verwendet wird.
 
Viele meiner Rezepte sind mit Dattelmus, da Grundrezept findest du hier.
 
Frische Datteln kannst du wenige Tage im Kühlschrank lagern. Getrocknete Datteln sind da wesentlich länger haltbar.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (102)

Das scheint ja ein Trend zu sein, der sich ziemlich lange hält. Den bereits in den 60 Jahren schnitten Hebammen direkt nach der Geburt die zu kurzen Zungenbänder durch.
Es mag seitdem vielleicht sein, dass es bei viele etwas in Vergessenheit geraten ist, da war aber das verkürzte Zungenband schon immer.
Meine Vermutung ist ja, das sich viele einfach nicht vorstellen können, das so eine „kleine“ anatomische Begebenheit so vielseitige Einschränkungen verursachen kann.
Die Einschränkungen können nicht nur Probleme beim Stillen verursachen, sie können auch die Beikostzeit, allgemein das Essen und Schlucken, die Sprachentwicklung und die Kieferentwicklung beeinflussen. Auch hat es Auswirkungen auf das Schlafen und die Konzentration.
Ein kurzer Blick in den Mund reicht da halt nicht aus um zu beurteilen zu können, ob es da ein Problem gibt.
Wichtig ist sich hier an extra geschultes Personal zu wenden und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Stillberatung, Therapeuten und Ärzten.
 
Du möchtest wissen ob da ein Problem bei euch besteht?
Dann kannst du dich an https://www.defagor.de/ wenden.
Ich selbst habe bereits einige Fortbildungsstunden in dem Bereich absolviert und mein Ziel ist es mich auch bei DEFAGOR zu registrieren, damit endlich Flächendeckender Eltern bei dem vermeintlich Trend geholfen werden kann.
 
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (101)

Lange wurde empfohlen jede Woche nur ein neues Lebensmittel zu geben um Unverträglichkeiten auszuschließen und Allergien vorzubeugen.


Schaust du dir mal die „Expertenforen“ der Babynahrungshersteller an, liest man es dort leider auch heute noch sehr oft. Dabei wird eine monotone Ernährung von den Fachgesellschaften schon länger (mindestens 7 Jahre – zumindest beschäftige ich mich seitdem mit der Ernährung von Säuglingen) nicht empfohlen, da es die Allergievorbeugung nicht fördert.


Ab Beikostreife kannst du unabhängig davon wie Beikost eingeführt wird, täglich deinem Kind ein anderes Lebensmittel anbieten.
Auch brauchst du nicht starr immer nur ein Gemüse zum Anfang geben, du kannst ruhig auch gleich verschiedene Sachen anbieten.
Mein Tipp ist es auf maximal 3 bis 4 verschiedene Lebensmittel auf einmal zu begrenzen, damit dein Baby nicht überfordert wird mit der Auswahl.

c

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Klexikon – C wie Chicorée

Chicorée ist ein Korbblütler und das perfekte Gemüse für diese Jahreszeit. Er wächst im dunkeln und lässt sich vielzeitig zubereiten.


Er enthält Bitterstoffe, die für Verdauung, Stoffwechsel und Kreislauf gut sind. Außerdem liefert er jede menge Kalium, Folsäure, Zink, sowie die Vitamine A, B und C. Der enthaltene Ballaststoff Inulin macht lange satt und lässt den Blutzuckerspiegel nur sehr langsam ansteigen.


Chicorée schmeckt leicht herb und nussig. Lediglich der Strunk schmeckt recht bitter, deshalb ist es sinnvoll diesen vor dem Verarbeiten keilförmig heraus zuschneiden. Du kannst ihn lecker mit Früchten, wie Birne, Äpfel oder Orangen, kombinieren. Durch das garen verliert er einen Teil seines bitteren Geschmacks. Du kannst ihn einfach mit etwas Öl anbraten und dann dünsten oder als Auflauf im Backofen garen.

Durch die faserige Konsistenz eignet sich der Chicorée allerdings weniger für die Verarbeitung zu Brei. Er ist auch erst etwas für Kinder, wenn die Backenzähne vorhanden sind.

 
 
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Klexikon – C wie Clementinen

Clementinen sind eine Kreuzung aus Mandarine und Pomeranze (Bitterorange) und sie gehören zu den Zitrusfrüchten.
 
Die Schale der Clementine ist zwar dünner, dafür aber robust und lässt sich meist schwerer lösen als die der Mandarine. Dafür ist sie allerdings beinahe kernlos, weswegen sie besser für den Beikoststart geeignet ist, als die Mandarine.
 
Sie enthält Vitamin C aber im Vergleich zu den anderen Zitrusfrüchten am wenigsten. Sie ist reich an Provitamin A und Vitamin B3, B5 und Vitamin E.
Du Kannst sie ab Beikostreife roh, als Mus im Salat, lecker zum Müsli, Porridge und in Backwaren anbieten.
 
Mein Tipp: Wenn du sie roh anbietest, etwas einschneiden, damit sie, wie bei kleinen Tomaten oder Weintrauben, nicht mehr prall-elastisch sind.
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Was ist Beikost?

Was genau ist eigentlich Beikost?
 
Viele würden jetzt sofort sagen: „Ist doch klar. Brei oder Fingerfood/BLW“
 
Tatsächlich ist es so, dass zur Beikost noch viel mehr gehört. Denn auch auch Wasser oder Tee sind Beikost.
 
Mit Beikost ist nämlich jedes Lebensmittel gemeint, welches dein Baby im 1. Lebensjahr neben der Muttermilch oder der Formularnahrung (Pre) bekommt. Egal welche Konsistenz es hat.
 
Flüssig wie Wasser, Tee, Saft oder auch so mancher Brei. Püriert, also klassischer Brei oder z.B. Obstmus. Die Lebensmittel können roh oder gekocht sein.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (100)

100 verschiedene Ammenmärchen, Mythen, Aussagen und Tipps… und es ist kein Ende in Sicht.
 
Weiß Gott, ist das kein Grund zum feiern.
 
Vor 2 Jahren habe ich das Bullshit der Woche ins Leben gerufen, anfangs noch nicht regelmäßig, ist es nun jede Woche Freitag fest in meiner Planung.
 
Tja und schon oft genug wurde ich, gerade von Fachkräften, dafür ordentlich angefeindet:
„Es gehört sich nicht als Stillberaterin Bullshit zu sagen“, „was bringt es über Aussagen von anderen herzuziehen“, „bei sowas kann man dich als Fachkraft nicht ernst nehmen“, „wenn du schreibst, dass Aussagen Bullshit sind, brauchst du dich nicht wundern das du noch nicht 10k Follower hast“ und vieles vieles mehr musste ich mir schon anhören.
 
Ja, ich mache mich damit so manches mal unbeliebt. Unbeliebt, weil ich falsche Aussagen, kuriose Tipps usw fundiert aufkläre..
 
Ich habe das Bullshit der Woche nicht ins Leben gerufen um irgendjemanden an den Pranger zu stellen. Nein, ich bin auch eine Mama und tatsächlich gab es vieles was auch mich total verunsichert hat. Mittlerweile gut fortgebildet, weiß ich das wir als Fachkräfte den Müttern die Unsicherheit nehmen können. Wichtig ist hierbei das wir klar unsere Grenzen kennen und da sind wir bei einem Thema, was mich wirklich tierisch auf die Palme bringt… diese Grenzen werden ständig überschritten.
Ich habe absolut keine Ahnung warum es so ist. Als Rettungsassistentin, erzähle ich doch auch keinem Elektriker wie er irgendwelche Kabel verlegen und verbinden soll…
 
Warum ist das in dem Umgang mit Kindern und Eltern so anders?
 
Auch Fachkräfte, egal ob Arzt, Hebamme, Stillberater, Erzieher, Lehrer usw. können nicht alles wissen. PUNKT.
 
Wichtig ist doch in so einem Fall, dass wir wissen an wen wir verweisen müssen. Eine Interdisziplinäre Zusammenarbeit und regelmäßige Fortbildungen wären das A und O und dann, ja dann würde es wöchentlich kein neues Bullshit der Woche geben…