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Bullshit der Woche

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (112)

Als ich das vor kurzem von einer Mama in einer Beratung gehört habe, hat es mir die Sprache verschlagen.
Diese Aussage kam von einem Kinderarzt, als die wirklich erfahrene Mutter, von ihren Problemen beim Stillen berichtete.
Zu dumm – das musst dir mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Kind ist zu dumm um einen lebensnotwendigen Instinktiv nachzugehen…
 
Nein, verdammt!
 
Ein Säugling kann nicht zu dumm sein, wenn es nicht stillen kann. Es hat dann immer eine Ursache, meist eine körperliche Beeinträchtigung und sei es nur eine kleine Verspannung.
War übrigens in diesem Fall auch so: Das Kind hatte ein verkürztes Zungenband und dadurch Probleme die Brust vernünftig zu greifen, zu halten und zu entleeren.

 

 

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (111)

Der Lösungsvorschlag der Hebamme: heiß duschen, abpumpen und Milch weg schütten, schließlich sei diese schlecht.
 
Mmhh… okay..
 
Was ist dann im Hochsommer? Dann kann eine Mama gar nicht stillen?
 
Warum der Kleine wirklich gemeckert hat, weiß ich nicht.
Es wird allerdings auf keinen Fall daran liegen, dass du als Mutter heiß duschen gehst.
Abends wird der Tag oft verarbeitet und da Säuglinge sich nur mit weinen oder „merckern“ äußern können, wird so halt erzählt wenn es mal zu viel war.
Allerdings kommt auch in Schubphasen zum abendlich Lagerfeuerstillen oder Clustern – es werden mehr Kalorien benötigt und die wird dadurch „bestellt“. Auch da kann es mal zum meckern kommen.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (110)

Tatsächlich fand ich den Spruch zu Anfangszeiten von Klecker-Lecker sehr toll. Er stand dafür, dass das Erkunden der „festen“ Nahrung ohne Druck passieren soll. Mehr und mehr ist er allerdings von der ursprünglichen Botschaft zu einem Trostpflaster für Eltern geworden, in der Beikost nicht so klappt, wie gedacht. Es wird suggeriert, dass es nicht wichtig ist, dass dein Baby keine Beikost benötigt.
Das ist allerdings falsch! Klar, versorgt Muttermilch/ Pre Nahrung dein Kind mit allen Nährstoffen im ersten Lebensjahr. Es ist wichtig, dass dein Kind ab Beikostreife Essen kennenlernt. Du als Mama/Papa trägst die Verantwortung dafür deinem Kind ab Beikostreife (!!!) eine bunte Vielfalt an geeigneten Lebensmitteln anzubieten.
Denn genau wie ein verfrühter Start bringt das Vorenthalten der Nahrung, viele Nachteile mit sich.
Sollte der Start etwas holprig sein, ist es okay mal einen Schritt zurück zu gehen und nochmal genauer drauf zu schauen, woran es liegen könnte.

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (109)

Macht doch Sinn oder? Schließlich sollte ja grundsätzlich auf Zucker verzichtet werden, dieser macht schließlich süchtig..

Nein, es ist absolut Quatsch. Die Vorliebe für Süßes ist bei uns im Hirnstamm verankert, schließlich schmeckt Muttermilch auch süßlich und ist bestenfalls anfangs die ausschließliche Nahrungsquelle.
Du musst also nicht darauf verzichten, deinem Kind von Anfang auch Obst anzubieten.
Kommt es dennoch mal zu einer Phase in der dein Kind kein Obst /Obstbrei bevorzugt, mach dir keine Gedanken. Du bist nicht schuld daran.

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (108)

Klar ist eine Veränderung in der Gewichtskurve immer eine Sache, die sich genauer angeschaut werden sollte.
Allerdings ein sehr rascher Anstieger, ein (kleiner) Stillstand, noch eine Abnahme sind ein Anzeichen dafür, dass mit Beikost gestartet werden sollte.
Es ist dann wichtig genau zu schauen, wie wird das Kind ernährt – Stillen? Zufütterung? Ausschließlich Flasche? Welche Nahrung?
Außerdem wichtig: Wie ist die Aktivität des Kindes? In welchem Zeitraum gab es die Veränderung? Ist bei der Mama alles okay? Wachstum? Körperliche Einschränkung, z.B. Blockaden oder verkürztes Zungenband? Äußerliche Einwirkungen?
Du siehst schon, da sind viele Sachen abzuklären und mir fallen noch viele, viele weitere Fragen ein. Aber es geht ja um die Empfehlung des Beikoststarts durch die Veränderungen.
Pauschal den Beikoststart dann zu empfehlen ist in meinen Augen absolut sinnfrei, weil beim Beikoststart einfach andere körperliche Entwicklungen entscheidend sind.
Wichtig ist zu erwähnen, dass es natürlich auch Kinder gibt die aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht alle Reifezeichen erfüllen können und dennoch irgendwann mit Beikost gestartet werden sollte, allerdings ist auch da der Verlauf der Gewichtskurve kein Faktor.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (107)

Ganz früher dachte man, dass die Milchzähne durch die Muttermilch gebildet werden. 
 
Allerdings sie sitzen ja schon bei der Geburt im Kiefer, sind aber noch unsichtbar im Zahnfleisch versteckt. Die ersten brechen meist im 1. Lebensjahr durch.
 
Es gibt zwei Erklärungen warum Milchzähne Milchzähne heißen:
Zum einen weil sie wie Muttermilch eine weiße Farbe mit bläulichem Schimmer haben und zum anderen weil sie dann durch brechen, wenn ein Säugling Muttermilch/ Pre Nahrung erhält.
 
Wo auch immer sie ihren Namen her haben, die obige Aussage ist einfach Unsinn. Die Zähne sind ja bereits da und die Muttermilch hat da keinen Einfluss drauf, wann sie durchbrechen. Es gibt ja sogar Säuglinge die bereits mit Zähnen geboren werde 
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (106)

Oje oje oje, da hat jemand etwas durcheinander gebracht. 🤦🏻‍♀️
 
Was für einen Neugeborenen nicht ganz ungefährlich ist.
Die ersten 4 Wochen nach der Geburt wird ein Baby Neugeborenes genannt. In dieser Zeit sollte ein Baby mindesten 4 mal am Tag Stuhlgang haben. 💩
 
Die Häufigkeit und Farbe geben Auskunft darüber, ob dein Baby genug Muttermilch erhält.
Sollte dein Baby nicht mindestens 4 mal Stuhlgang haben, ist das ein wichtiges Alarmsignal ⚠️, bei dem man sich an eine kompetente Stillberaterung wenden sollte.
 
Erst 6 Wochen nach der Geburt wird der Stuhlgang weniger und dann trifft folgende Aussage erst zu:
Von 10 mal täglich bis 1 mal in 10 Tagen ist alles normal.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (105)

Ohhh je, wie oft hört oder liest man mittlerweile, dass das Stillen oder auch die Flaschengabe schuld dran ist, dass Kinder „schlechte Schläfer sind“. 🙄
 
Ich denke, als erstes müssen wir uns von der durch die Werbung suggerierte Scheinvorstellung verabschieden, dass Kinder friedlich in ihrem Bettchen liegen und 8 Stunden am Stück schlafen.
Kein Mensch schläft 8 Stunden am Stück durch. Allerdings merken wir Erwachsenen gar nicht, dass wir zwischendurch erwachen. 😉
 
Wir Eltern wissen, dass wir im 21. Jahrhundert leben und nicht der nächste Säbelzahntiger hinter der Ecke wartet. Babys wissen es nicht und handeln nach Urinstinkten und da heißt allein ein schutzlos zu sein.
Schon mal zwei Gründe, warum die Aussagen einfach völliger Unsinn sind.
Ja und dann gibt es noch eine entscheidendes und wichtiges Argument: der Energiebedarf.
Neugeborene, Säuglinge und auch noch Kleinstkinder benötigen einfach wesentlich mehr Energie, gerade in den sogenannten Schubphasen.
Natürlich gibt es Kinder die wirklich dauerhaft so mega schlecht schlafen, dass die ganze Familie drunter leidet. Da hilft dann eine kompetente und dennoch bindungsorientierte Schlafberatung. Auch kann es dann hilfreich sein, darüber hinaus mit einer Fachperson für orale Restriktionen zu sprechen.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (104)

Ganz unrecht hat die Dame, die diese Aussage getroffen hat, ja nicht.
Babys handeln intuitiv.
Allerdings sind sie auch neugierig.
 
Was für uns Erwachsenen völlig verständlich ist- wie z.B. das Essen von „fester“ Nahrung.
Ist für die Säugling einfach super spannend, es ist ein neuer Geruch, eine neue Konsistenz, ein neuer Geschmack- ja alles bei der Breigabe (ich fokussiere mich da jetzt mal wegen der Aussage darauf) ist neu und spannend, es muss erstmal erkundet werden.
 
Hier noch mal zu Erinnerung: orale Phase und erkunden der Umwelt mit dem Mund, beginnt meist schon vor dem 4. Monat.
Daher werden auch die meisten Säuglinge ohne Beikostreife den Brei nicht wieder ausspucken.
Vielleicht, falls noch nicht abgeschwächt, wird die Nahrung mit der Zunge wieder heraus geschoben.
 
Die Neugier ist da einfach so groß und das bereits vor erfüllen aller Reifezeichen. Daher ist dieses Testen und erwarten, das der Brei wieder ausgespuckt wird, völlig Irrsinn und nichts aussagen über die Beikostreife.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (103)

„Das beansprucht ja schon extrem die Brustwarzen und ihren Schlaf. Denken sie mal über einen Schnuller nach, ich bin da ja ein großer Freund davon.“

Ach ja
Ich bin ja ein großer Freund davon, Müttern nicht solche Flausen zu erzählen.

Stillen ist so viel mehr, als nur Nahrung. Du stillst ja nicht nur den Hunger. Du stillt den Durst, linderst Schmerzen, spendet Trost und erleichterst das Einschlafen.. Stillen hat Auswirkungen auf Blutdruck, Körpertemperatur, das Wohlbefinden und noch vieles vieles mehr.
Neben den körperlichen Bedürfnissen werden allerdings auch emotionale Bedürfnisse gestillt und das alles hält sich nun mal nicht an einen festen Zeitplan.

Wichtig sei hier gesagt, bei bindungsorientierter Flaschengabe werden auch viele dieser Bedürfnisse gestillt.

Natürlich braucht Mama mal eine Pause, völlig nachvollziehbar. Also, wieso nicht das Stillen als Pause ansehen? Sehe die Zeit beim Stillen nicht als zeitraubend, sondern nutze sie um selbst kleine Pausen vom Alltag zu haben. Die Wäsche, der Haushalt, usw. läuft nicht weg..

Mal davon abgesehen ist es völlig normal, wenn ein Säugling anfangs 10-12x in 24 Stunden trinken mag. In sogenannten Clusterphasen kann es sogar noch viel mehr sein, ein Schnuller ist dann sogar Kontraproduktiv. Denn dein Kind stillt ja so oft um die Milchproduktion anzukurbeln. Gibst du dann den Nuckel, wird die Produktion nicht hochgefahren, was dann auch schnell wieder zu Frust führt, weil ja eigentlich mehr Milch bestellt werden sollte..