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Bullshit der Woche

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (116)

Na, wer kennt diesen Spruch noch von Oma und Opa?
 
8 Uhr Frühstück
12 Uhr Mittagessen
15 Uhr Kaffee und Kuchen
18 Uhr Abendbrot
 
Und wer von euch hatte immer zu diesen Uhrzeiten Hunger?
 
Zunächst möchte ich dir als Antwort einmal @der_Kompass zitieren:
„Es ist nicht bedürfnisorientiert, dich oder dein Kind in ein zeitliches Korsett zu zwängen.“
 
Wir sprechen immer wieder davon, wie wichtig es ist unseren Kinder ein gesundes Essverhalten zu vermitteln.
Mit festen Essenszeiten tun wir allerdings genau das Gegenteil: wir zwingen unserem Kind auf zu einer bestimmten Uhrzeit Hunger zu haben.
Auch beim Beikoststart bedarf es keiner festen Uhrzeiten. Jeder Tag ist anders und jeden Tag gibt es einen anderen richtigen Zeitpunkt, wann Beikost angeboten werden kann.
Wie erkennst du den richtigen Zeitpunkt?
Wenn dein Kind nicht zu hungrig und zu müde ist. Es sollte in euren individuellen familiären Tagsablauf passen. Somit kannst du Brei von Anfang an und zu jeder Uhrzeit anbieten.

 

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (115)

Na, grübelst du auch gerade wie alt du bei deinen ersten Erinnerungen aus deiner frühen Kindheit warst? 
 
Erinnerungen sind wichtig, denn sie verankern nicht Erlebnisse, sondern auch grundlegend Dinge, wie z.B. gehen, essen usw.
Es gibt zahlreiche Studien und Forschungen dazu. tTatsächlich gab es bei einer entwicklungspsychologischen Forschung Hinweise dafür, dass sich Säugling bereits an Informationen aus den letzten Schwangerschaftswochen erinnern können.
Das würde dann ja tatsächlich, bezogen auf die genannte Aussage, bedeuten, dass du erst gar nicht mit dem Stillen beginnen darfst.
Mhhh, dann frage ich mich, wie wir schon so lange überlebt haben 
 
Tatsächlich ist es so, dass unsere Erinnerungen der ersten zwei bis drei Jahre verschwunden und oft noch bis ins Schulalter sehr lückenhaft sind. Dieses Phänomen nennt sich infantile Anmnesie.
Spannendes Thema, was jetzt allerdings völlig den Rahmen sprenge würde 
 
Ich möchte mich hier auch nur auf die Altersangaben beziehen – zwei Jahre.
Danach würde es bedeuten, du musst bis ca. zum 2. Geburtstag abgestillt haben.
Beißt sich doch auch wieder mal mit der aktuellen Empfehlung der WHO und auch, das finde ich sogar viel viel wichtiger, mit einem natürlichen Bedürfnis der Kinder, deren natürliches Abstillalter zwischen 2 und 7 Jahren liegt…
 
Völlig egal, denn die Aussage ist Bullshit.
 
Grundsätzlich haben nur 2 Menschen zu entschieden, wie lange gestillt wird: Du und dein Kind.
 
 
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (114)

Ein Mythos, der sich tatsächlich noch hält.

Man mag von der Mikrowelle halten was man möchte… Praktisch und manchmal auch vorteilhafter ist sie bei richtigen Anwendung definitiv.
Ein Kritikpunkt ist oftmals auch, das die Lebensmittel nicht schonend gegart werden.

Ja, da stimme ich den Kritikern auch völlig zu.

Es ist absolut wichtig nicht wenige Minuten bei voller Leistung etwas zu erwärmen. Lieber weniger Watt und mehr Zeit, damit schonend die Lebensmittel erwärmt werden.
Zurück aber zum Mythos, das die Mikrowelle unser Essen verstrahlt.
Bundesamt für Strahlenschutz als auch das Umweltbundesamt, sowie voneinander unabhängige Institute bestätigen, dass bedenkenlos Lebensmittel in der Mikrowelle erwärmt werden können.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (113)

Den Gedanken, dass Muttermilch schadstoffbelastet sein soll, oder ist, kann ich noch nachvollziehen.
 
Allerdings sind auch nicht alle Lebensmittel oder Formularnahrungen immer 100%ig frei von Schadstoffen. Daher werden diese darüber auch aufgenommen.
 
Ich denke, es wichtig zu wissen, dass weltweit immer Rückstände in der Muttermilch gefunden werden – bei Weitem allerdings, ist sie jedoch nicht mehr so belastet, wie vor 30-40 Jahren.
 
Dieses Wissen sollte nicht vom Stillen abhalten!
 
Muttermilch versorgt dein Baby mit lebenswichtigen Nährstoffen und stärkt seine Abwehrkräfte. Es gibt auch keinerlei Empfehlungen dazu, vorzeitig abzustillen.
Tatsächlich bringt das Stillen ja viele Vorteile für Dich, dein Baby und für die Umwelt.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (112)

Als ich das vor kurzem von einer Mama in einer Beratung gehört habe, hat es mir die Sprache verschlagen.
Diese Aussage kam von einem Kinderarzt, als die wirklich erfahrene Mutter, von ihren Problemen beim Stillen berichtete.
Zu dumm – das musst dir mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Kind ist zu dumm um einen lebensnotwendigen Instinktiv nachzugehen…
 
Nein, verdammt!
 
Ein Säugling kann nicht zu dumm sein, wenn es nicht stillen kann. Es hat dann immer eine Ursache, meist eine körperliche Beeinträchtigung und sei es nur eine kleine Verspannung.
War übrigens in diesem Fall auch so: Das Kind hatte ein verkürztes Zungenband und dadurch Probleme die Brust vernünftig zu greifen, zu halten und zu entleeren.

 

 

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (111)

Der Lösungsvorschlag der Hebamme: heiß duschen, abpumpen und Milch weg schütten, schließlich sei diese schlecht.
 
Mmhh… okay..
 
Was ist dann im Hochsommer? Dann kann eine Mama gar nicht stillen?
 
Warum der Kleine wirklich gemeckert hat, weiß ich nicht.
Es wird allerdings auf keinen Fall daran liegen, dass du als Mutter heiß duschen gehst.
Abends wird der Tag oft verarbeitet und da Säuglinge sich nur mit weinen oder „merckern“ äußern können, wird so halt erzählt wenn es mal zu viel war.
Allerdings kommt auch in Schubphasen zum abendlich Lagerfeuerstillen oder Clustern – es werden mehr Kalorien benötigt und die wird dadurch „bestellt“. Auch da kann es mal zum meckern kommen.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (110)

Tatsächlich fand ich den Spruch zu Anfangszeiten von Klecker-Lecker sehr toll. Er stand dafür, dass das Erkunden der „festen“ Nahrung ohne Druck passieren soll. Mehr und mehr ist er allerdings von der ursprünglichen Botschaft zu einem Trostpflaster für Eltern geworden, in der Beikost nicht so klappt, wie gedacht. Es wird suggeriert, dass es nicht wichtig ist, dass dein Baby keine Beikost benötigt.
Das ist allerdings falsch! Klar, versorgt Muttermilch/ Pre Nahrung dein Kind mit allen Nährstoffen im ersten Lebensjahr. Es ist wichtig, dass dein Kind ab Beikostreife Essen kennenlernt. Du als Mama/Papa trägst die Verantwortung dafür deinem Kind ab Beikostreife (!!!) eine bunte Vielfalt an geeigneten Lebensmitteln anzubieten.
Denn genau wie ein verfrühter Start bringt das Vorenthalten der Nahrung, viele Nachteile mit sich.
Sollte der Start etwas holprig sein, ist es okay mal einen Schritt zurück zu gehen und nochmal genauer drauf zu schauen, woran es liegen könnte.

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (109)

Macht doch Sinn oder? Schließlich sollte ja grundsätzlich auf Zucker verzichtet werden, dieser macht schließlich süchtig..

Nein, es ist absolut Quatsch. Die Vorliebe für Süßes ist bei uns im Hirnstamm verankert, schließlich schmeckt Muttermilch auch süßlich und ist bestenfalls anfangs die ausschließliche Nahrungsquelle.
Du musst also nicht darauf verzichten, deinem Kind von Anfang auch Obst anzubieten.
Kommt es dennoch mal zu einer Phase in der dein Kind kein Obst /Obstbrei bevorzugt, mach dir keine Gedanken. Du bist nicht schuld daran.

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (108)

Klar ist eine Veränderung in der Gewichtskurve immer eine Sache, die sich genauer angeschaut werden sollte.
Allerdings ein sehr rascher Anstieger, ein (kleiner) Stillstand, noch eine Abnahme sind ein Anzeichen dafür, dass mit Beikost gestartet werden sollte.
Es ist dann wichtig genau zu schauen, wie wird das Kind ernährt – Stillen? Zufütterung? Ausschließlich Flasche? Welche Nahrung?
Außerdem wichtig: Wie ist die Aktivität des Kindes? In welchem Zeitraum gab es die Veränderung? Ist bei der Mama alles okay? Wachstum? Körperliche Einschränkung, z.B. Blockaden oder verkürztes Zungenband? Äußerliche Einwirkungen?
Du siehst schon, da sind viele Sachen abzuklären und mir fallen noch viele, viele weitere Fragen ein. Aber es geht ja um die Empfehlung des Beikoststarts durch die Veränderungen.
Pauschal den Beikoststart dann zu empfehlen ist in meinen Augen absolut sinnfrei, weil beim Beikoststart einfach andere körperliche Entwicklungen entscheidend sind.
Wichtig ist zu erwähnen, dass es natürlich auch Kinder gibt die aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht alle Reifezeichen erfüllen können und dennoch irgendwann mit Beikost gestartet werden sollte, allerdings ist auch da der Verlauf der Gewichtskurve kein Faktor.
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (107)

Ganz früher dachte man, dass die Milchzähne durch die Muttermilch gebildet werden. 
 
Allerdings sie sitzen ja schon bei der Geburt im Kiefer, sind aber noch unsichtbar im Zahnfleisch versteckt. Die ersten brechen meist im 1. Lebensjahr durch.
 
Es gibt zwei Erklärungen warum Milchzähne Milchzähne heißen:
Zum einen weil sie wie Muttermilch eine weiße Farbe mit bläulichem Schimmer haben und zum anderen weil sie dann durch brechen, wenn ein Säugling Muttermilch/ Pre Nahrung erhält.
 
Wo auch immer sie ihren Namen her haben, die obige Aussage ist einfach Unsinn. Die Zähne sind ja bereits da und die Muttermilch hat da keinen Einfluss drauf, wann sie durchbrechen. Es gibt ja sogar Säuglinge die bereits mit Zähnen geboren werde