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Bullshit der Woche

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (81)

Viel zu häufig lese ich diesen Satz, wenn es in den verschiedensten Gruppen um Essmengen oder die Abwechslung beim Essen geht.

Aber was macht dieser Satz mit uns?

Er lässt uns an der Kompetenz unseres Kindes, aber auch an der eigenen Kompetenz, zweifeln und dadurch entsteht Frust, Ängste und Druck (auch wenn nur unbewusst).

Leider ist es tatsächlich so, dass unsere Vorstellungen der Portionen von dem abweichen, was Kinder als Portion wirklich benötigen.
Das liegt unter anderem auch an den Mengenangaben der Babynahrungshersteller, die bereits auf der Formularnahrung zu finden ist.
Normale einseitige Essphasen lassen uns schnell verunsichern. Wir Erwachsenen haben in den meisten Fällen verlernt (bzw. es wurde uns auch schon als Kind abtrainiert) intuitiv zu essen.

Selbstverständlich gibt es auch wirklich schlechte Esser, bei denen um so wichtiger die Ursachenforschungen ist.
Die allermeisten schlechten Esser essen allerdings völlig normal und wir sollten ihrer Kompetenz vertrauen.

Hattest du auch schon einmal das Gefühl einen schlechten Esser zu Hause zu haben?

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (80)

Ich mag diese Dogmen absolut gar nicht, da sie viel öfter verunsichern und Druck auslösen, als wirklich zu helfen.

Wie wäre es denn bei dir, wenn dir jemand sagen würde: “du musst erst die 100g Karotten essen, bevor du die Kartoffel essen darfst“?

Fühlt sich nicht gut an, oder?

Wenn dein Baby dann auch mal weniger isst, als angegeben werden schnell alle möglichen Tipps aus dem Netz probiert, damit das Kind die angegeben Mengen auch wirklich isst.
Daraus resultieren viele negative Verknüpfungen und ein schlechtes Essverhalten – was sich auch erst Jahre später zeigen kann.

Es ist wesentlich sinnvoller, den Druck rauszunehmen, alle Beikostreifezeichen abzuwarten und dann unter Beachtung der kritischen Lebensmittel, ein breite und bunte Lebensmittelvielfalt anzubieten.

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (79)

Vollstillen ist ein Begriff der so oft falsch verwendet wird und so noch mehr für Verwirrung sorgt.
Voll stillst du nur, wenn dein Kind zu dem Zeitpunkt nur Muttermilch erhält.
Es gibt dann noch ausschließliches Stillen und bunt Stillen.

Das heißt aber, und ich glaube das ist jetzt auch selbsterklärend, dass diese Empfehlung in sich schon ein Widerspruch ist. Du kannst nicht 6 Monate voll stillen und mit 4 Monaten mit Beikost starten, denn dann stillst du seit dem 4. Monat nicht mehr voll.

Tja, und wie ist dann mit Allergiepräventation?

Ganz klar wird 6 Monate voll stillen empfohlen und ab Beikostreife, mit ca. 6 Monaten, mit der Beikost zu starten. Vorallem sollten dann, unter dem Schutz der Muttermilch, auch die Allergene eingeführt werden.
Ich weiß, dass es in offiziellen Empfehlungen (S3-Leitlinie) zur Allergiepräventation der Start mit dem vollendeten 4. Monat empfohlen wird.
Wer die gesamte Leitlinie und die Diskussionen dazu kennt, weiß auch, dass es bezüglich der Formulierungen zu der Beikost und dem Stillen leider nicht klar formuliert wurde, so dass es rasch missinterpretiert werden kann.

Ein verfrühter Beikoststart ist zur Allergiepräventation nicht empfehlenswert und fördert sogar unzählige Zivilisationserkrankungen

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (78)

Ich gebe zu, ein sehr provokantes Bullshit der Woche. In den 5 Jahren, in denen ich auf Sozial Media unterwegs bin, sind mir immer wieder Blogger begegnet, die viele – sehr, sehr viele Follower haben und oftmals gefährliches Halbwissen teilen ohne irgendeine Ausbildung in dem Bereich oder fundierte Quellen zu haben.

Das Bewusstsein für die Verantwortung der geteilten Inhalte ist entweder gar nicht da oder total verzerrt.

Wusstest du, dass diese Selbstüberschätzung sogar einen Namen hat?

Dunning-Kruger-Effekt

Er besagt, dass weniger kompetente Personen
dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Diese Personen können die überlegenen Fähigkeiten bei anderen nicht erkennen und das Ausmaß ihrer Inkompetenz nicht richtig einschätzen.

Also, nur weil jemand 1000, 10k, 100k oder gar 1 Mio. Follower hat, heißt es nicht, dass die Empfehlungen oder geteilten Inhalte auch wirklich richtig sind.
Lest geteilte Inhalte immer mit Vorsicht und bedenkt bitte, dass Posts, Storys oder Blogbeiträge keine fundierte Beratung ersetzen können.

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (77)

Diese Aussage musste ich mir die letzten Jahre immer wieder von verschiedenen Ärzten, Psychologen, Therapeuten usw. anhören. Sogar von einer „Fachärztin“ für das fetale Alkoholsyndrom.

Hast du schon mal von dem Alles-oder-nichts-Prinzip gehört?

Es besagt, wenn die äußeren Einflüsse die Zellen zu stark beschädigt haben, dass es in den ersten Tagen zu einer Fehlgeburt kommt. Diese wird dann von uns Frauen einfach nur als verspätete Regelblutung wahrgenommen.
Dieses Prinzip zählt allerdings nur für die ersten Tage und nicht für Wochen.

Es konnte bisher nicht wissenschaftlich festgelegt werden welche Menge Alkohol wann welchen Schaden verursacht.
Wenn Ärzte solche Aussagen treffen und somit das Alles-oder-nichts-Prinzip nicht nur auf die ersten Tage, sondern auf die Wochen beziehen, ist das schlichtweg falsch.

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (76)

Der Zungenstreckreflex ist ein natürlicher Schutzreflex. Dieser Reflex sorgt dafür, dass, was für die Aufnahme von Muttermilch/ Pre Nahrung wichtig ist, gesaugt werden kann. Kann an etwas nicht gesaugt werden, wie z.B. an Brei oder fester Nahrung, setzt der Zungenstreckreflex ein.

Dieser Reflex schwächt im Laufe der Zeit ab, bis er nicht mehr vorhanden ist. Dieser Schutz wird dann vom Würgereflex abgelöst.
Es ist also normal. Es aber hat nichts mit dem Erlernen zu tun, sondern zeigt dir deutlich an, dass dein Baby noch nicht reif für Beikost ist.

Du möchtest mehr und ausführlichere Informationen zu den Beikostreifezeichen haben? Dann empfehle ich dir meinen Workshop „Beikost leicht gemacht“ oder das gleichnamige E-Book

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (75)

Warum müssen Kinder etwas können, was manche Erwachsene noch nicht mal ehrlich können? Wie oft im Alltag erlebe ich, dass das „es tut mir leid“ als Floskel daher gesagt wird? Weil es als „höfflich“ gilt. Ich finde eine Entschuldigung sollte echt und aufrichtig sein..

In meinen Augen muss ein Kind sich nicht entschuldigen, wenn es das nicht so meint bzw. wenn es zu jung ist um das überhaupt begreifen zu können, was das Entschuldigen überhaupt bedeutet.

Wusstest du, dass Kinder erst gewisse kognitive und emotionale Fähigkeiten entwickeln müssen, um diesen Prozess zu begreifen? Ich habe die liebe Nadine von Beziehungsvoll Begleiten als Fachfrau dazu befragt und sie sagt mir, dass es erst mit 4 Jahren möglich ist, da Kinder dann langsam in der Lage sind sich in seinen Gegenüber hineinzuversetzen, also seine Perspektive zu übernehmen.

Sie sind nicht damit geboren worden, sondern müssen es erst erlernen. Diese Entwicklung kannst du nicht erzwingen, denn dann versteht dein Kind auch nicht die Zusammenhänge. Es ist vergleichbar mit dem Laufen lernen. Du kannst dein Kind zum Laufen zwingen, wenn die Muskulatur noch nicht aufgebaut und die Bewegungsabläufe nicht geübt wurden. Wie bei Vielem ist das Vorleben einfach unglaublich wichtig. Ich habe beiden Jungs z.B. auch noch nie aufgefordert „bitte“ oder „danke“ zu sagen und dennoch tun sie es ganz von selbst, wenn sie es möchten.

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (74)

Die Kuriosität habe ich gestern bei Babybrei-selber-machen.de gelesen.
Da es aktuell sehr passend zu meinen letzten Posts ist, habe ich diese Aussage gleich mal mit aufgriffen.
Ja, Babygläschen sind standardisiert schonend gegart und werden steril abgefüllt.
Das alleine als Argument zu nehmen um sagen zu können „sie seien besser“ ist „Bullshit“

Wenn du Zuhause saisonales und sogar regionales Gemüse und Obst schonend garst, einige hygienische Maßnahmen z.b Fleisch und Fisch auf anderen Brettern schneidest und den Brei rasch einfrierst oder gut einkochst, versorgst du dein Kind mit allem was es benötigt!

Vorteile im selber kochen liegen ganz klar darin, dass kein Salz, Zucker oder andere Zusatzstoffe, wie Aromen, enthalten ist. Dein selbstgemachter Brei ist auch nicht mit Getreideflocken gestreckt und nicht zu flüssig (Stärkung der Kaumuskulatur!).

Gläschen = hygienischer? Vermutlich
Gläschen = gesünder? Nein, definitiv nicht!

Ergänzend möchte ich sagen, dass ich persönlich nicht dafür bin, die Babynahrunghersteller mit dem Kauf ihrer Produkte zu unterstützen.
Ich verurteile allerdings auch keine Mutter, die auf Gläschen zugreift, denn bei genauer Kontrolle der Inhaltsstoffe der Gläschen spricht nichts dagegen, diese zu geben.

Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (70)

Wie auch bei der Flasche, kann der Schnuller zu Problemen beim Stillen führen.

Die Fontanellen (denn es sind eigentlich mehrere) sind eine schlaue Erfindung der Natur.
Zum einen dienen sie als Knautschzone, damit der Schädel durch den Geburtskanal passt. Zum anderen bieten sie nach der Geburt den nötigen Freiraum, damit der rasant wachsende Kopf und vor allem auch das Hirn ausreichend Platz haben.
Die kleinere, hintere Fontanelle schließt sich meist schon nach etwa drei Monaten, während die vier Seitenfontanellen und die größere vordere Fontanelle (die meist Bekannteste) erst später, im Laufe des zweiten Lebensjahres, zusammenwachsen.

Aber kann der Nuckel bei diesem Wachstumsprozesses helfen. Nein! Der Nuckel hat absolut keine Auswirkung auf das Zusammenwachsen der Fontanellen.
Allerdings hat der Nuckel Auswirkungen auf das Wachstum im Mundraum und kann sich negativ auf Zahn- und Kieferstellung auswirken.

 
Bullshit der Woche

Bullshit der Woche (69)

Wie in dem Beitrag zum stillfreundlichen Zufüttern bereits erwähnt, kann die Flasche die Stillbeziehung negativ beeinflussen.
Ich möchte dir aber jetzt genauer erklären, warum es zu Problemen führen kann und es deshalb auch nicht nötig ist, dein Kind für Notfälle an die Flasche zu gewöhnen.

Das Trinken bzw. Saugen an der Brust ist ein Lern- und Prägungsprozess. Bei vielen Säuglingen, beinflusst das Gewöhnen/ Prägen, auf das Material und die Form des künstlichen Saugers der Flasche, dann das Saugen an der Brust. Sie können dann nicht einfach zwischen den verschiedensten Saugtechniken wechseln. Dadurch kann es dann zu wunden Brustwarzen, Milchstau bis hin zur Brustverweigerung kommen. Warum den ganzen Ärger riskieren für Notsituationen, die vielleicht gar nicht auftreten?

Sollte es zu Notsituationen kommen, wo dein Baby nicht gestillt werden kann, kann Muttermilch oder auch Pre erstmal stillfreundlich gegeben werden.
Wichtig in solchen Situationen ist dann aber auch, dass du an dich als Mutter denkst. Denn wenn plötzlich nicht mehr gestillt werden kann, hat das auch Auswirkungen auf deinen Körper. Durch mangelnde Entleerung der Brust können Milchstau und Brustentzündung ausgelöst werden und auf längere Frist kann sich deine Milchproduktion verringern.
Daher ist in wirklichen Notsituationen sinnvoll sich eine Stillberaterin an die Seite zu holen, damit du und dein Baby optimal begleitet werdet.