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Unsere Geschichte (Teil 5)

Mit dem 1. Geburtstag des Kleckermanns war meine Elternzeit vorbei, ich fing also wieder an im Rettungsdienst zu arbeiten. Mein Chef war super verständnisvoll und kam mir sehr entgegen mit den Schichten. Mein Mann arbeitete nur nachts und einen Krippenplatz hatten wir noch nicht.
Somit kam mein Mann morgens von der Arbeit, übernahm den Kleckermann, damit ich zur Schicht konnte. Mittgas übernahm ich dann, damit mein Mann schlafen konnte. Die Nächte waren zu der Zeit absolut gruselig, weil der Kleckermann am Dauerzahnen war.
Mein Mann und ich gingen auf dem Zahnfleisch und waren glücklich, als wir dann endlich mit der Eingewöhnung in der Krippe starten konnten.
Da er eine Distanzlosigkeit zu anderen Menschen hat, war die Eingewöhnung absolut kein Problem.
Doch schon nach den ersten Wochen und dem ersten Elterngespräch sollte nach und nach die Krippe uns immer mehr Probleme bereiten.
Das Begleiten des Kleckermanns war zu dieser Zeit schon nicht einfach und jetzt rückblickend kann ich sagen, dass sich in dieser Zeit schon viele Symptome sehr bemerkbar machten. Seine ausgeprägte motorische Unruhe und Rastlosigkeit, das laute Spielen, seine geringe Frustrationstoleranz und sehr extremen Wutanfälle (auch mit Selbstverletzung), sein impulsives Verhalten und die unüberlegten Handlungen, wie z.B. ohne vorher ersichtlichen Grund im Spiel plötzlich andere Kinder zu hauen, treten oder zu beißen.
Völlig Verständlich, dass die Erzieher und auch Eltern da eine „Gefahr“ sehen und handeln wollen, aber anstatt wirklich zu helfen, begann da unsere Odyssee an Vorwürfen, Druck und Mobbing. Zusätzlich kamen noch Verdachtsdiagnosen, wie „Autismus“, „ADHS“ „Zwangsstörung“ seitens der Erzieher mit Therapievorschlägen.

Ich kann da nicht ganz so ins Detail gehen, weil unsere Geschichte dazu beigetragen hatte, dass jemand gekündigt wurde.

Zu dieser Zeit begannen wir wegen der Diagnose „Wahrnehmungs- und Regulationsstörung“ unsere Psychotherapie. Auch der I-Status wurde damals zum ersten Mal beantragt, aber mittlerweile mehrfach abgelehnt u.a. mit der Begründung, dass wir mit unserer Art der Erziehung daran schuld sind. O-Ton „Er braucht klare Regeln, Grenzen und Strafen!“

Hängen in den Köpfen bleibt aber nur, dass unser Kind völlig unangepasst war und derjenige war, der mit 2 Jahren zur Entlastung der Einrichtung je einen Tag in der Woche zu Hause bleiben musste.

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