Schwangerschaftsupdate (35. SSW)

Im letzten Schwangeschaftsupdate hatte ich ja bereits angekündigt, dass ich zu den Tabuthemen Ängste, Baby Blues und Wochenbettdepression noch etwas schreiben werde.


Gerade das Thema Angst ist bei uns aktuell sehr groß. Wie einige auf meiner Facebookseite und auf Instagram gelesen haben, war ich bereits mit frühzeitigen Wehen im Krankenhaus. Dabei waren die Schmerzen der Wehen gar nicht so schlimm, sondern meine Angst vor einer Frühgeburt. Mein kleiner Schatz hatte doch noch 8 Wochen Zeit. Ich weiß, dass dank der medizinischen Hilfe 8 Wochen kein Problem mehr sind und die Spätfolgen sehr gering sind. Durch meine Fehlgeburten, bekam ich allerdings totale Panik. Eine große Stütze war dabei mein Mann, der mit einer kleinen Geste mir sehr viel Kraft spendete.

Aktuell ist der Muttermund, unter der 3x täglichen Einnahme von Magnesium und Bryophllum, sowie viel Ruhe (soweit es mit einem 3 Jährigen Wirbelwind möglich ist) bei 3,3 cm und leichter Öffnung, weiterhin stabil.


Angst spielt bei allen Eltern eine große Rolle. Egal wie viele Kinder man schon hat, die verschiedensten Ängste und Fragen begleiten alle Eltern bei jeder Schwangerschaft und Geburt.

Wovor haben wir aber eigentlich angst?

Zunächst kämpfen wir die ersten 3 Monate mit Angst das Kind zu verlieren. Diese Angst wird oft durch das Angebot, teilweise sogar aufdrängen, der verschiedensten Untersuchungen geschürt. Mittels diverser Untersuchungen (z.B. First-Semester-Screening/ Nackenfaltenmessung, Alpha-Feto-protein/ zusätzliche Fehlbildungsdiagnostik) können mögliche „Probleme“ erkannt und abbildet werden.

Ernährungspläne werden zum Schutz vor Listeriose oder Toxoplasmose empfohlen.


Um einige Zahlen zu nennen:
Etwa 80% der Fehlgeburten passieren in den ersten 12 SSW. Es stellt  ein „Schutzmechanismus“ der Natur dar, da davon Ausgegangen wird, dass der Embryo nicht lebensfähig gewesen wäre.

Etwa 15 % aller klinischen Schwangerschaften enden als Fehlgeburt. Bis zu 50% der Fehlgeburten, finden bis zur 4./5. SSW statt, meist ohne, dass die betroffene Frau wusste, dass sie schwanger war. In der 6. bis 8. SSW reduziert sich das Risiko auf ca. 18%.
Ab der 17. SSW sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf 2 bis 3%.


Im letzten Drittel der Schwangerschaft wird dann die Angst vor der Geburt und die Zeit danach größer. Gerade als Erstgebärende ist die Angst vor dem Unbekannten, vor der Grenzerfahrung und vorallem vor dem Schmerz und diesen nicht aushalten zu können sehr groß.

Durch Medien, traumatischen Geburtsberichten anderer Frauen und leider nur durch wenige positive Geburtsberichte (ohne Eingriffe oder Medikamente) wird diese Angst sehr geschürt. Durch die Vermittlung, dass er schlimm, schmerzhaft und nicht ohne medizinische Versorgung zu handhaben sei, wird dieser eigentlich völlig normale und natürliche Vorgang durch Angst negativ beeinflusst.

Angst während der Geburt verstärkt zum Beispiel den Wehenschmerz und hemmt die Entspannung des Schließmuskels.

Aber nicht allein die geschürte Angst ist das Problem der vielen Komplikationen während der Geburt. Die ganzen Rahmenbedienungen sind in meinen Augen einfach nicht mehr stimmig: Häufiger Personalwechsel, keinen festen Ansprechpartner (wie oft lese ich im Social Media, das Frauen gar keine Hebamme gefunden haben), schlechte Kommunikation und Aufklärung.

Mein Tipp:
Wir selbst müssen uns wieder mehr bewusst machen, dass die Geburt ein völlig natürlicher Vorgang ist!
Es ist dabei hilfreich, sich einen Menschen, am besten eine Hebamme, zu suchen, der viel Sicherheit ausstrahlt und uns persönlich alle Fragen beantwortet. Auch kann ich das Buch „Birth Matter- Die Kraft der Geburt“ von Ina May Gaskin und einen Geburtsvorbereitungskurs, der als Schwerpunkt die körpereigene Unterstützungsfähigkeiten vermittelt, empfehlen.

Normale Hormonschwankungen oder doch Baby Blues oder Wochenbettdepression?

Die Geburt ist geschafft und endlich ist das Baby da. Uns wird die Tragweite des Elternsein bewusst und wir sind meist auch noch recht unsicher im Umgang mit dem Baby. Hinzu kommt, dass wir uns durch den starken Hormonabfall (etwa 3 bis 5 Tage nach der Geburt) im Wechelbad der Gefühle befinden. Wir platzen vor Freude, Stolz und Glück. Bei etwa 50 bis 70 Prozent der Mütter kommt es dann aber zum plötzlichen kippen der Stimmung, sie weinen viel, haben extreme Angst um ihr Baby, obwohl es ihm gut geht und sind gereizt – sie befinden sich im „Baby Blues“.

Der Baby Blues ist keine Krankheit und vergeht meist schnell wieder, wenn sich der Hormonhaushalt langsam wieder einpendelt. Ein große Hilfe dabei ist eine Mischung aus Erholung und Unterstützung vom Partner, Familie und Freunden. Gerade wenn letzters fehlt kann eine schon vor der Geburt organisierte Hilfe z.B. eine Haushaltshilfe oder durch das Projekt Wellcome sehr nützlich sein.

Sollte allerdings die depressive Stimmung nicht so einfach vergehen oder innehalb der ersten 2 Lebensjahre der Babys verstärkt wieder auftreten, spricht man von einer Wochenbettdepression (auch postpartal Depression genannt). Ca. 10- 20 % aller Frauen sind davon betroffen. Besteht der Verdacht, ist es wichtig mit der Hebamme, dem Frauenarzt oder dem Hausarzt zu sprechen.

Für die Wochenbettdepression gibt es nicht die eine Ursache. Oftmals sind es viele Faktoren: Vorerkrankungen wie z.B. Depression oder Angst- oder Zwangsstörung, Überforderung bei Kindern mit Regulationsstörungen (Schreikindern) oder Fütterungsproblemen. Aber auch ganz klar der Druck der Gesellschaft „eine perfekte Mutter sein zu müssen“ spielt eine sehr große Rolle.

Leider ist dieses Thema noch ein absoultes Tabuthema wodurch viele Mütter sich erst Hilfe suchen, wenn das Fass schon am überlaufen ist und sie bereits aggressiv oder leider auch schon handgeiflich gegenüber dem eigenen Kind wurde.

Da ich selbst betroffen bin, gehe ich offen mit meiner Erkrankung um. Als Mutter muss man nicht alles rosarot sehen und angepasst sein.Ich möchte mit meiner Offenheit anderen Müttern darin bestärken sich frühzeitig Hilfe zu holen. Ich habe, dank einer Therapie, meine Depression überstanden und bin gewappnet für die 2. Geburt und die Zeit danach!

Falls ihr betroffen seid kann ich euch die Seite www.schatten-und-licht.de empfehlen. Dort findet ihr eine Liste von Experten und Selbsthilfegruppen.

 

 

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